1. AN-Distanz – unser erster MDR

Freitag, 13. August 2010

Gegen Mittag darf ich mich schon von der Arbeit verpieseln und mache mich auf den Weg in den Stall. Nach dem ich jetzt schon seit 3 Wochen total unruhig und aufgeregt bin, kann ich es kaum erwarten, dass es endlich los geht. Mein großes Problem ist die Wasserversorgung auf der Strecke, da ich keinen kenne, der Zeit und Lust hat den ganzen Tag mit dem Auto hin und her zu fahren um einem Pferd Wasser zu bringen. Doch der rettende Einfall war Ulis Ma zu fragen. Gute Idee, denn sie hat direkt zugesagt :-D Hier schon einmal der erste DANK an dich! Seit dem konnte ich dann auch wieder ruhig schlafen. Steffi hat mir zugesagt zu helfen, obwohl sie leider nicht selber starten kann. Laturus soll sich noch ein, zwei Wochen länger regenierieren, zumal ja auch 76 km kein Pappenstie sindl und der junge Mann nicht mehr der  jüngste ist. ;-) Auch hier ein dickes DANKESCHÖN an Steffi!Um 14:30 Uhr steigt Steffi zu mir in den Bus und wir machen uns auf den Weg in den Stall. Da ich meine Sachen schon alle zusammengelegt habe, müssen wir alles nur noch in den Bus packen. Schnell gemistet und das Pony von der Weide geholt. Spätestens als er den Hänger sieht weiß er, dass es kein angenehmes WE wird ;-) Planmäßig um  16:30 Uhr geht es los. Da es nur 55 Km bis zum Veranstaltungsort sind, brauchen wir nicht so früh los. Nach nicht einer Stunde sind wir da – ach ist das schön mal nicht ewig unterwegs zu sein!

Bis jetzt sind nur wenige Gespanne vor uns da und wir bekommen einen super Platz in der Nähe des Vet-Gates. Wir werden direkt auf einen Platz gewunken, ca 10 x 10 m, was echt großzügig ist *freu* Schnell ist der Paddock aufgebaut – es sind ja schließlich zwei Expertinnen am Werk – Pferdchen aus dem Hänger geholt und Zelt aufgebaut. Dann das übliche Prozedre: Anmeldung, VU. ABER dieses Mal wollen wir das angebot nutzen und auf die Pferdewaage steigen. Kein Problem, denn wir waren dieses Jahr ja schon einmal darauf und es gab dabei keinerlei Schwierigkeiten. Allerdings kennen wir ja auch Curly! Wenn etwas nicht sinnvoll erscheint, dann macht er es ja auch nicht ;-) Also stehe ich mit dem kleinen Mann wie der Ochs vorm Berg vor dieser Waage und das Pferd bewegt sich keinen Schritt in die Richtung. Davor stehen ist gut. Drumherum ist auch gut. Aber einen Fuß draufsetzen?!? NÖ! Aber der gute Mensch von der Pferdewaage, probiert es gutgläubig mit dem “ich-setze-einen-fuß-nach-dem-anderen-auf-die-fläche” – Trick. Nur kennt Pony den ja schon vom Verladen *grummel* Der verarscht uns! Kurz bevor mir der Kragen platzt – ich weiß ja, dass Pony uns verarscht und der gute Mann nicht – hole ich die Gerte aus dem Auto.

Ich werde von den Menschen um mich herum – es sind einige die sich das Spiel anschauen – skeptisch beäugt. Nach ein, zwei korrigierenden Tippern auf die linke und auf die rechte Schulter geht der junge Herr ohne zu zögern und ohne Angst auf die Waage *grrrrr* 409 kg wiegt er, 18 kg weniger als im Mai (zurück zuführen auf die Eifeldistanz vor 3 Wochen). Aufregung vorbei – die keine war, so sagen die Pulswerte – VU erfolgreich hinter uns gebracht, jetzt kann der gemütliche Teil des Abends beginnen.

Fortsetzung folgt…..

Nun geht es endlich weiter, denn nicht all zu langer Zeit steht ja schon wieder der nächste Distanzritt im Raume ;-)

Wir hören uns bei der Vobesprechung an, wie die morgige Veranstaltung laufen soll. Der Ritt ist als markierter Ritt ausgeschrieben, nur waren wieder Spaßvögel unterwegs, die ab- und ummarkiert haben *gmpf – jetzt ist es ein Kartenritt. Aber die Veranstalter waren noch bis spät in die Nacht unterwegs und haben soviele Markierungen neu aufgehangen wie es möglich ist – Vielen Dank dafür!

Nach einer angenehmen Nacht im Zelt klingelt der Wecker mal wieder viel zu früh. Es ist 5:15 Uhr. Aber es nützt ja nichts, da wir schon um 7:30 Uhr auf die Strecke gehen soll Pony ja noch etwas Zeit zum Verdauen haben. An dieser Stelle möchte ich noch einmal anmerken, dass ich total stolz auf Curly bin, dass er so tapfer alleine auf dem Paddock steht und keinen Terz macht.

Wir Starten mit L. und ihrem Schimmel Candy. Wir sind noch nicht zusammen geritten, wollen aber schauen, dass wir zusammenbleiben, außer das Tempo der beiden unterscheidet sich gravierend. Ich bin total gespannt und kann den Start nicht abwarten. Meine Gedanken sind: Halten die Hufschuhe, was sie versprechen? Klappt es mit dem andern Pferd? Schaffen wir die lange Strecke konditionell? Da heute der Himmel strahlen blau ist – werden wir vor Hitze eingehen? …. Und START!

Nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten mit der Streckensuche, geht es bald sehr flott voran. Die Jungs laufen gut zusammen und die beiden Reiterinnen sind zufrieden ;-) Es geht über nette Feldwege, Reitwege aber auch über Asphalt. Der Boden ist trotz des Regens super griffig. Nur die Reitwege vor dem Schloß Reydt sind doch sehr aufgeweicht, so das wir etwas das Tempo rausnehmen um nicht die Hufschuhe oder die Kunststoffeisen zu verlieren.

Auf  ca. km 16 wartet die Pulskontrolle auf uns – aber kein Problem, beide Pferde haben einen super Puls (Curly 56). Jetzt geht es in die große Runde, dort wird Gudrun mit Wasser auf uns warten. Dieser Teil der Strecke bietet keinen Schutz vor der Sonne, die jetzt schon gut wärmt. Ich stelle mir vor, wie sie wohl in 3 Stunden brennen wird… Oh weh.

Nach ca. 6 km erreichen wir Gudrun und L. Trosserin. Die beiden Pferde sind der Meinung sie müssten noch nichts trinken. Ich aber schon, denn ich fühle mich als wäre ICH bis hier hin gelaufen. Über Wiesenwege geht es weiter, vorbei an dem Kontrollpunkt. Jetzt sind wir wieder auf dem Rückweg. Auf der Höhe der Baumschule werden wir aber schon von der ersten Reiterin überholt. Wow ist die schnell… In der Pause angekommen bin ich völlig platt und die Sonne bruzelt schon ganz schön stark vom Himmel. Für Curly und mich lief die Untersuchung super, aber bei L. und Candy dauert es verdächtig lange. Candy muss zum Ende der Pause noch einmal vortraben, da er nicht ganz taktrein läuft – so ein Mist.
Leider verbessert sich das Laufen nicht so gut wie erwünscht und er wird aus dem Ritt genommen :-( Ich mache mich alleine auf den langen, langen Weg. Anfangs läuft Curly noch super frisch vorwärts, wir umrunden Schloss Reydt – dort bekommen wir noch einmal Wasser, das jetzt auch plötzlich für Pony sehr interessant ist ;-) Kurz vor der PA (ca km 56) mag Curly schon nicht mehr so ganz gerne weiter laufen – laaannngggweilig! Die PA ist wieder OK und wir biegen nach rechts in die große Runde ein. Aber Curly mag lieber nach links – dort geht’s doch zum Ziel.

Ich merke Curly richtig an, dass er es jetzt nicht einsieht bei der Hitze noch mal den großen Bogen zu laufen. Ich entscheide mich dazu abzusteigen und zu führen und auf den Trupp Mädels zu warten, die hinter mir unterwegs sind. Sie dürften in spätestens 10 Min hier sein. Nach einer knappen viertel Stunde kommen sie angetrabt. Ich schwinge mich auf Curly und werde freundlich eingeladen mit ihnen zu reiten. Plötzlich habe ich wieder ein ganz anderes Pferd unter mir!!! Jetzt wird wieder fröhlich voran gelaufen und hinterher galoppiert. So kommen wir munter mit dem Trüppchen ins Ziel.
Ich könnte heulen vor Freude! Wir haben doch tatsächlich 76 km hinter uns gebracht. Ob wir jetzt noch disqualifiziert werden oder nicht ist eigentlich egal! Kleines Pferd ganz groß denke ich nur! Was mich besonders freut ist, dass L. noch geblieben ist, um auf uns zu warten! Sie hilft mir Curly fertig zu machen – nein falsch – sie macht Curly fertig, während ich fertig daneben stehe. Auch an dieser Stelle ist wieder ein dickes DANKESCHÖN fällig! So sauber war Pony noch nie nach einem Distanzritt ;-)

Die NU – eine Stunde vorgezogen – lief für uns Wort wörtlich 1A *freu*. Also war dieser Ritt schon einmal so erfolgreich wie ich es kaum zu Träumen gewagt habe! Ziel war es ja immerhin würdevoll letztes zu werden, und das ist ja nun möglich. Die Krönung des ganzen ist, dass wir auf Platz 7  von 9 landen.
Völlig erschöpft und 100% glücklich, stolz und zufrieden machen wir uns – auf den zum Glück kurzen – Rückweg. ABER für dieses Jahr möchte ich nichts mehr von 76 km hören ;-) Das bestätigt dann auch der Muskelkater am nächsten Tag…

1 Comment

  1. Steffi Says:

    Ihr habt das aber auch wirklich spitze gemacht.
    Bin nach wie vor ganz stolz auf euch.

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